Generative KI senkt die Hürden für Betrug und macht Deepfake-Technologie sowie automatisierte Angriffe immer überzeugender. In Hongkong machen Betrugsfälle im Jahr 2025 bereits 48,5 % der gesamten Kriminalität aus, mit Verlusten in Höhe von 8,1 Milliarden HK-Dollar. Die Nachfrage der Verbraucher nach Echtzeitschutz steigt sprunghaft an.

Die Redaktion von Techritual führte zu diesem Thema ein Exklusivinterview mit Dean Williams, Chief Systems Engineer bei Gen Digital, um zu erfahren, wie der neueste KI-gesteuerte Betrugsschutz in die Gesamtstrategie integriert wird und wie der Genie AI Assistant im Hongkonger Markt konkret eingesetzt wird.

Von Geräteschutz zuCybersicherheit für alle
Dean Williams erklärt, dass sich klassische Sicherheitslösungen, die vor allem auf Virenschutz für Geräte ausgerichtet waren, inzwischen zu einem omnichannel Schutz für alle Nutzer weiterentwickelt haben. Da Aktivitäten wie Shopping, Finanzgeschäfte und soziale Kontakte vollständig online stattfinden, ist die Scam Protection zum zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden und deckt die vier häufigsten Angriffskanäle ab: SMS, Web, E-Mail und Telefon.
Echtzeit-Semantikanalyse durch eine eigenständige KI-Engine
Laut den von Dean Williams bereitgestellten Informationen arbeitet die Genie AI Engine nicht mit statischen Sperrlisten, sondern analysiert in Echtzeit den Kontext und die Absicht hinter den Inhalten. Die Engine unterstützt rund um die Uhr Safe SMS und Safe Web und stellt zugleich den Genie AI Assistant für bedarfsgerechte, dialogbasierte Hinweise bereit, damit Nutzer verdächtige Nachrichten und Angebote schnell einschätzen können.
Zero-Day-Angriffe und der Spagat mit dem Datenschutz
Dean Williams betont, dass das System bei Zero-Day-Betrug Sprache, Kontext und verdächtiges Verhalten in Echtzeit analysiert, anstatt sich nur auf bekannte Indikatoren zu stützen. Beim Datenschutz wird unnötiger Datenabfluss so weit wie möglich minimiert und sensible Daten werden, wo möglich, verschleiert. Da die Technologie eigenständig entwickelt wurde, kann das Unternehmen Datenflüsse umfassend kontrollieren und so das Risiko von Datenlecks bei Dritten verringern.
Lokalisierter Einsatz im Hongkonger Markt
Im Jahr 2025 wurden in Hongkong 12.505 Online-Shopping-Betrügereien registriert, während Online-Investmentbetrug sogar Verluste von 3,58 Milliarden HK-Dollar verursachte. Dean Williams erklärt, dass Norton bereits eine Oberfläche in traditionellem Chinesisch und Englisch unterstützt und Funktionen wie Safe SMS, Safe Web, den Genie AI Assistant, einen Privacy-Browser sowie das Scam Dashboard in die Hongkong-Version integriert hat. Einige Produkte bieten erweiterte Pro-Funktionen.
Partnernetzwerk und Greater-China-Strategie
Beim Ausbau des Greater-China-Markts betont Norton die Bedeutung der Zusammenarbeit mit lokalen Distributoren, einschließlich Co-branded Lösungen und maßgeschneiderter Bündel für Telekommunikationsanbieter. Zu den wichtigsten Partnern zählen CSL und HKT, und Norton 360 mit Scam Protection wird ebenfalls in Hongkong eingeführt.
Unterscheidungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern
Dean Williams sieht den Vorteil in der tiefen Integration einer einzigen KI-Engine mit einem nativen mobilen App-Erlebnis, das rund um die Uhr Schutz von SMS bis Telefon bietet. Interne Bewertungen zeigen, dass das Produkt bei KI-gesteuerter Safe Email, Schutz auf Browserebene und der Erkennung von Deepfakes Wettbewerbern wie McAfee überlegen ist. In Kombination mit lokaler Veröffentlichung und einem partnergeführten Vertriebsnetz entsteht so eine besondere Wettbewerbsfähigkeit im Hongkonger Markt.
Innovationskurs für die nächsten 3 bis 5 Jahre
Mit Blick auf die Zukunft will Norton die Analyse regionaler Betrugsmuster weiter ausbauen, damit die KI-Engine neuartige Methoden noch präziser erkennt. Das Ziel des Unternehmens ist es, die KI-gesteuerte Betrugserkennung auf alle Szenarien auszuweiten, in denen Verbraucher angegriffen werden könnten, und seine führende Position als Top-Lösung für Betrugsschutz weiter zu festigen.
„Wir erweitern den KI-Schutz auf die gesamte Betrugskette – SMS, Web, E-Mail, Telefon und Analyse durch intelligente Assistenten – und integrieren dabei auch Technologien zur Erkennung von Deepfakes.“
Dean Williams, Chief Systems Engineer
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