Die erste Smartbrille war Google Glass, die bereits 2014 auf den Markt kam. Das Produkt konnte sich aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzen, wobei der Hauptgrund in den Datenschutzbedenken hinsichtlich der Videofunktion lag, was den Trägern den Stempel „Glasshole" einbrachte. Dieses Phänomen scheint letztlich auch die Meta-Brillen beeinflusst zu haben und hat meine Sichtweise darauf, ob die Apple-Brille über eine Aufnahmefunktion verfügen sollte, grundlegend verändert. Google Glass war ein extrem teures Produkt mit zahlreichen Mängeln. Der entscheidende Faktor für das Scheitern als Konsumprodukt war jedoch der erhebliche Datenschutz-Gegenwind aufgrund der Aufnahmefunktion, wodurch viele Bars, Restaurants und andere Geschäfte die Nutzung untersagten und die Träger stigmatisiert wurden.
Angesichts dieser Geschichte ist es verwunderlich, dass die erste Generation der Ray-Ban-Meta-Brillen bei ihrem Launch nicht sofort auf ähnlichen Widerstand stieß. Dieser Moment scheint nun jedoch gekommen zu sein, da diese Geräte mittlerweile häufig als „Spannerbrillen" bezeichnet werden – Großteils deshalb, weil einige frauenfeindliche Männer sie nutzen, um heimlich Frauen auf der Straße zu filmen. Das Label „Spannerbrillen" verbreitet sich inzwischen offenbar ebenso stark wie das frühere „Glasshole"-Label. Tatsächlich fühle ich es, den persönlich, nicht mehr angenehm, sie zu tragen.
Diese Entwicklung wirft Fragen zur öffentlichen Wahrnehmung anderer Smartbrillen-Veröffentlichungen auf, einschließlich der für nächstes Jahr erwarteten Apple-Brille. Es wurde bereits vorgeschlagen, dass Apple möglicherweise eine Brille ohne Foto- oder Videofunktion auf den Markt bringen könnte. Anfang dieses Jahres stand ich dem skeptisch gegenüber, doch das war vor der Gegenreaktion gegen die Meta-Brillen. Inzwischen halte ich dies tatsächlich für den richtigen Weg. Darüber hinaus teste ich seit dem Sommer eine Smartbrille mit Display, aber ohne Kamera, und die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Ich werde in den nächsten Wochen mit meinen Schlussfolgerungen nachlegen, aber so viel lässt sich sagen: Ich bin nicht mehr der Überzeugung, dass eine Kamera ein unverzichtbares Feature für Smartbrillen ist.
Unter den aktuellen Umständen ist es möglicherweise sogar ein Feature, auf das man verzichten sollte.
Die Apple-Brille wird ohne Kamera designt
Meine Erwartungen an die Apple-Brille haben sich daher grundlegend geändert, und ich gehe nun fest davon aus, dass Apple den Weg ohne Kamera einschlagen wird. Das bedeutet, dass sie zwar Kameras für Apple Intelligence-Zwecke verbauen werden, den Nutzern aber keinen Zugriff auf die Aufnahmen gewähren, ähnlich wie bei der neuen Audio-Intelligence-Funktion der Apple Watch, bei der kein Zugriff auf die Audioaufnahmen besteht. Stimmen Sie meiner Einschätzung zu oder glauben Sie, dass die Apple-Brille weiterhin Fotos und Videos aufnehmen können wird?
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