Jedes Mal, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt, liegen überall Haare, Kekskrümel und wer weiß wann auf den Küchenboden getropfte, eingetrocknete Sojasoßenflecken auf dem Boden – der Blutdruck steigt sofort. Der alte Saugroboter bleibt entweder an der Küchenschwelle stecken oder verfängt sich im Kabel der Steckdosenleiste im Wohnzimmer, sodass man am Ende selbst Hand anlegen und mit einer Schere die Haarknäuel von der Walzenbürste entfernen muss – macht es nur noch schlimmer. Dieser Xiaomi Saug- und Wischroboter 6 Max wurde nun eine Weile zu Hause getestet: Es ist Xiaomis bisher stärkstes Flaggschiff mit Walzenwischfunktion, das mit Frischwasser-Walzenwischen, 35.000 Pa Saugkraft, dreifacher erweiterter Kantenreinigung, bionischem Doppel-Klettermechanismus für 6 cm Hindernisüberwindung sowie einer All-in-One-Station mit 85 °C Heißwasserwäsche, 50 °C Heißlufttrocknung und 75 Tagen staubfreiem Betrieb punktet. Ob er wirklich die „Hände befreien" kann, wird im Folgenden ausführlich aufgeschlüsselt.
Auf der Schachtel sind bereits die wichtigsten Merkmale aufgedruckt: AI-Dreifach-Kamera, 35.000 Pa, Triple Extended Deep Edge Clean (dreifache erweiterte Kantenreinigung), 6 cm Obstacle-crossing (Hindernisüberwindung), Unterstützung für Google Home und Alexa sowie TÜV Rheinland-Zertifizierung für die Eckenreinigung. Dies ist die Hongkonger/internationale Version mit britischem Dreipol-Stecker, die direkt an eine Standardsteckdose zu Hause angeschlossen werden kann.


All-in-One-Station: Eine Maschine erledigt Wäsche, Trocknung und Staubaufnahme
Das Herzstück dieser Generation ist die All-in-One-Station. Der Roboter kehrt nach getaner Arbeit automatisch zurück, der Staub wird in einen Einweg-Staubbeutel gesaugt und das Wischtuch wird nach der Heißwasserwäsche mit Heißluft getrocknet. Man muss nur ab und zu Frischwasser nachfüllen und Schmutzwasser entleeren. Das Gehäuse ist in einem warmen Metallic-Grau gehalten, fühlt sich mit seiner matten Beschichtung angenehm an und wirkt im Wohnzimmer weder klobig noch fehl am Platz.



Beim Anheben des Deckels kommen sofort zwei Fächer für Frisch- und Schmutzwasser zum Vorschein. Die Kapazität ist großzügig und reicht im Alltag für mehrere Tage, bevor nachgefüllt werden muss. Im Inneren befindet sich ein Hinweis aus der Werksprüfung, dass geringe Wasserrückstände am Gerät normal sind.




Nach der Reinigung wird das Wischpad automatisch mit bis zu 85 °C heißem Wasser gewaschen, um Fett und hartnäckige Verschmutzungen zu lösen, und anschließend mit 50 °C warmer Luft getrocknet, damit es durch Feuchtigkeit nicht schimmelt oder unangenehm riecht – bei dem feuchten Klima in Hongkong ist dieses Feature wirklich praktisch. Für den Staub sorgt die automatische Staubentleerung: Beim Andocken an die Station wird der Staub in einen Einweg-Staubbeutel gesaugt. Laut Hersteller muss dieser nur etwa alle 75 Tage gewechselt werden, sodass im Alltag kein ständiges Eingreifen nötig ist.



Design des Roboters: Versenkbarer LiDAR und interaktiver Lichtring
Das Gehäuse ist im gleichen warmen Metallgrau wie die Station gehalten, die Oberseite ist flach. Am auffälligsten ist der ausfahrbare dToF-Radar in der Mitte. Normalerweise ragt er für die Navigation hervor, beim Unterfahren niedriger Möbel senkt er sich automatisch ab, sodass die Bauhöhe auf 90 mm reduziert wird. Unter der Abdeckung auf der Oberseite befinden sich der Staubbehälter und zwei Touch-Tasten (Rückkehr zur Ladestation / Power) – innen ist zudem eine Montageanleitung aufgedruckt.




Sowohl die Station als auch das Gerät verfügen über einen interaktiven Lichtring: Weißes Dauerlicht bedeutet, dass das Gerät arbeitet, Blau steht für eine aktive Netzwerkverbindung, und orangefarbenes Blinken weist auf einen Fehler hin, der überprüft werden muss. Man muss nicht jedes Mal das Smartphone herausnehmen, um den Status zu prüfen.
Unterbodenstruktur: Wischwalze mit Frischwasser + verwicklungsfreie Hauptbürste
Dreht man das Gerät um, ist die Struktur auf einen Blick erkennbar. In der Mitte befindet sich die verwicklungsfreie Hauptbürste, auf dem Gehäuse sind Modell und Spannungs-/Leistungsdaten (Nennwert 14,4 V, 70 W) angegeben. Im vorderen Bereich liegt die Saugzone, im hinteren Bereich die Wischwalze, und auf der rechten Seite gibt es ein zusätzliches ausfahrbares Wischpad für die Kantenreinigung.








Nach dem tatsächlichen Saugen von Katzenstreu, Reiskörnern und feinem Staub hat die Saugleistung von 35.000 Pa alles in einem Durchgang gründlich entfernt, selbst feine Partikel in den Fugen des Holzbodens bleiben nicht liegen. Nach einer ganzen Woche im Einsatz zeigt ein Blick auf die Unterseite, dass sich weder Haupt- noch Seitenbürste mit langen Haaren verheddert haben – das verhedderungsfreie Schneidborsten-Design funktioniert tatsächlich, die Schere kann man getrost weglegen.
Dreifach ausfahrbare Kantenabdeckung: Roboterarme ohne tote Winkel
Bei bisher genutzten Geräten blieben an Ecken und Tischbeinen stets nicht erreichbare Randbereiche zurück. Der 6 Max geht anders vor: Sobald eine Wandkante oder ein Hindernis erkannt wird, fahren Walze, Seitenbürste und Ecken-Wischtuch wie Roboterarme nach außen und reinigen bündig an der Kante. Dieses dreifache Ausfahr-Design wurde ebenfalls mit dem TÜV Rheinland-Zertifikat für Kantenreinigung ausgezeichnet.


Hindernisüberwindung und flache Möbelunterschränke: 6 cm Roboterbeine + 9,3 cm flaches Gehäuse
Die meisten Saug- und Wischroboter auf dem Markt überwinden Hindernisse von etwa zwei Zentimetern – bei höheren Bodenschienen von bodentiefen Fenstern oder Küchenschwellen sind sie chancenlos. Der 6 Max nutzt bionische Doppel-Roboterbeine und überwindet laut Hersteller Hindernisse von bis zu 6 cm. Als ich ihn zum ersten Mal die hohe Schwelle zwischen Balkon und Wohnung überqueren sah, hob er das Gehäuse leicht an und „kroch" hinüber – ziemlich beeindruckend. Mit dieser Fähigkeit bleiben Höhenunterschiede zwischen Balkon, Küche und Zimmern keine unüberwindbaren Hindernisse mehr.



In Kombination mit dem versenkbaren dToF-LiDAR gibt der Hersteller an, dass das Gerät selbst in Bereiche mit nur 9,3 cm Höhe gelangt, ohne stecken zu bleiben. Endlich lassen sich so auch schwer erreichbare Stellen unter Sofa und Bett reinigen. Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich die Ladekontakte sowie das Eck-Wischtuch; beim Andocken an die Station wird hierüber aufgeladen.


KI-Hinderniserkennung: Drei Kameras identifizieren über 320 Objekte
Was die intelligente Steuerung betrifft, so verfügt die Vorderseite über ein KI-Hinderniserkennungssystem mit drei Kameras. Laut Hersteller erreicht die Erkennung nahezu menschliches Niveau und kann über 320 verschiedene Gegenstände und Verschmutzungen identifizieren – selbst Kopfhörerkabel mit nur 3 mm Durchmesser auf dem Boden werden erkannt und umfahren. Im Praxistest umfuhr das Gerät Hausschuhe und Kabel im Wohnzimmer präzise, sodass man vor dem Start nicht erst alles wegräumen muss. Das System passt Saugkraft und Wischstrategie zudem automatisch an Krümel, Flüssigkeiten sowie Fest-Flüssig-Gemische an.

Mi Home App im Praxistest: Vom Pairing bis zur Reinigung
Das Pairing ist denkbar einfach: Beim Öffnen der Mi Home App wird das Gerät automatisch gefunden, anschließend führt der Einrichtungsassistent Schritt für Schritt durch die Konfiguration.






Auf der Hauptsteuerungsoberfläche sind Basis, Reinigung starten, Bereich, Modus und Schnellszenen sofort ersichtlich. Beim ersten Start wird die „Schnelle Kartenerstellung" vorgeschlagen – nach einer Runde von wenigen Minuten ist die gesamte Wohnung kartiert, anschließend lassen sich Räume aufteilen, Zonen festlegen und Sperrbereiche definieren.







Die einzelnen Einstellungen sind sehr fein abstimmbar. Für die Staubentleerung lässt sich die Häufigkeit wählen, beim Wischen des Mopps können Spülhäufigkeit, Wassertemperatur und Wasserdurchfluss reguliert werden, die Trocknungsdauer ist frei von 2 bis 4 Stunden wählbar.




Vor der Reinigung können Bereich und Modus gewählt werden, mit Saug-Wisch-Kombination, vier Saugstufen und drei Wasserdurchflussstufen zum Wischen. Zusätzlich lassen sich Schnell-Szenarien wie Standard / Sanft / Intensiv / Butler mit einem Tipp umschalten.




Zu den weiteren praktischen Funktionen gehören geplante Reinigungszeiten, Anzeigen zur Lebensdauer der Verschleißteile sowie KI-Erkennung und ein dreifach erweiterbarer Schalter für Detailbereiche.







Praxiserfahrungen
Nach mehrwöchigem Gebrauch sind mir drei Dinge besonders aufgefallen: Erstens die Hindernisüberwindung – Schwellen muss man wirklich nicht mehr beachten. Zweitens die Anti-Verhedderung – Haupt- und Seitenbürste haben sich nach einer ganzen Woche kein einziges Mal verheddert. Drittens die All-in-One-Station: Nach dem Waschen und Trocknen gibt es keinen säuerlichen Geruch nach feuchten Wischmopps, und den Staub muss man lange nicht entleeren. Die Walzen-Frischwasser-Wischtechnik entfernt angetrocknete Sojasauce, Ketchup und andere hartnäckige Flecken in einem Durchgang streifenfrei. In Kombination mit der KI-Erkennung hebt der Roboter bei reinen Flüssigkeiten die Hauptbürste an und bei Partikeln die Walze – die Trennung von Nass und Trocken ist sehr durchdacht.
Was die Schwächen angeht, ist am auffälligsten, dass Frisch- und Abwasser weiterhin manuell nachgefüllt bzw. entleert werden müssen – eine Version mit automatischem Wasseranschluss gibt es nicht. Wenn Xiaomi künftig eine Version mit Frisch- und Abwasseranschluss auf den Markt bringt, wäre wirklich 100 % Handfreiheit möglich. Außerdem ist die Lautstärke in der höchsten Saugstufe ziemlich hoch; nachts empfiehlt sich der Silent-Modus. Auch die All-in-One-Station ist nicht gerade klein, in kleinen Wohnungen muss man die Aufstellung gut planen.
Vorteile
- Walzen-Frischwasser-Wischen: angetrocknete, hartnäckige Flecken werden in einem Durchgang streifenfrei sauber
- 35.000 Pa Saugleistung plus Anti-Verhedderung-Haupt-/-Seitenbürste mit Schneidfunktion, Haare verfangen sich nicht
- Dreifach ausfahrbare Kantenreinigung, tote Winkel an Wänden, Ecken und Tischbeinen werden deutlich reduziert
- Biomechanisches Bein überwindet 6 cm hohe Hindernisse, absenkbares LiDAR erreicht niedrige Bereiche ab 9,3 cm
- All-in-One-Station: 85 °C Heißwasserwäsche, 50 °C Heißlufttrocknung, 75 Tage staubfrei
- KI-Dreifachkamera erkennt über 320 Objekte, umfährt sogar 3 mm dünne Kopfhörerkabel
Nachteile
- Wassertanks müssen manuell befüllt und entleert werden, keine Version mit automatischem Wasseranschluss
- In der höchsten Saugstufe ist die Lautstärke recht hoch, nachts besser den Silent-Modus nutzen
- All-in-One-Station recht groß, in kleinen Wohnungen ausreichend Platz einplanen
Xiaomi 掃拖機器人 6 Max – Spezifikationen im Überblick
- Roboter-Modell: PV11GL; All-in-One-Station: PV11-JZEU
- Roboter-Abmessungen: Φ350 mm × 90 mm (bei abgesenktem LiDAR)
- Maximale Saugleistung: 35.000 Pa (Herstellerangabe)
- Hindernisüberwindung: bis zu 6 cm Einzelschwelle (Herstellerangabe)
- Minimale Durchfahrhöhe: 9,3 cm (Herstellerangabe)
- Wischsystem: 16 Auslassdüsen, Walzen-Frischwasser-Wischen plus ausfahrbares Eckwischmopp-Modul plus dreifach ausfahrbare Kantenreinigung
- Hinderniserkennung: KI-Dreifachkamerasystem, Erkennung von 320+ Objekten und Flecken, 47 Arten von Trocken- und Nassverschmutzungen (Herstellerangabe)
- All-in-One-Station: 85 °C Heißwasserwäsche für den Wischmopp, 50 °C Heißlufttrocknung, automatische Staubentleerung ca. 75 Tage (Herstellerangabe)
- Roboter-Nenndaten: 14,4 V, 70 W; Ladezeit ca. 4,5 Stunden
- Akku: 5800 mAh (Nennkapazität) / 6400 mAh (Nominalwert)
- All-in-One-Station Nenneingang: 220–240 V ~ 50/60 Hz; automatische Staubentleerung 650 W, Heißwasserwäsche 1200 W, Trocknung/Ladung 120 W
- Kompatible Systeme: Android 8.0 oder iOS 14.0 und höher, unterstützt Mi Home, Google Assistant, Alexa
- Stecker: Britischer Dreipolstecker (Hongkong-/Internationale Version)
Insgesamt liefert der Xiaomi 掃拖機器人 6 Max Walzen-Frischwasser-Wischen, 35.000 Pa Saugleistung, dreifach ausfahrbare Kantenreinigung, 6 cm Hindernisüberwindung und die All-in-One-Station mit Wäsche, Trocknung und Selbstreinigung in einem – die Spezifikationen sind im Premium-Segment äußerst vollständig. Wer zu Hause Schwellen, Haustiere oder viele lange Haare hat und wirklich die Hände frei haben möchte, für den ist er absolut eine Überlegung wert. Man muss lediglich akzeptieren, dass Frisch- und Abwasser vorerst noch manuell gehandhabt werden müssen.
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